Gegenseitiger Besuch
Die Klassen/Gruppen besuchen sich gegenseitig an ihrer Lebensort.
Steckbrief
- Format: Besuch an den Wohnorten aller teilnehmenden Klassen
- Für wen: Von der Primarschule bis zur Sekundarstufe II
- Dauer: Mindestens zwei ganztägige Treffen
- Mehrwert: Kurzer Einblick in die Partner-Sprachregion und Spass daran, den Austauschpartnern das eigene Leben näherzubringen
Praxisbeispiel
Zwei konkrete Beispiele zwischen den Kantonen Neuenburg und Aargau
Das Prinzip
Ein gegenseitiger Austausch sieht mindestens zwei Begegnungen an den jeweiligen Wohnorten vor, damit jede Klasse die Partnerklasse empfangen und ihr ihre Umgebung zeigen kann.
Die Dauer des Projekts und die Intensität des Austauschs können an die Möglichkeiten der Klassen angepasst werden. Die Vorbereitung kann sich auf einen kurzen virtuellen Austausch beschränken, oder es kann das ganze Jahr über ein regelmässiger Briefwechsel stattfinden. Die Aufenthalte vor Ort können auch länger als einen Tag dauern, mit Unterkunft in Gastfamilien und Teilnahme am Schulalltag.
Das Ziel eines gegenseitigen Austauschs besteht darin, Aktivitäten und Momente des Alltags zu teilen, um Begegnungen zu fördern. Zudem entdecken die Schüler:innen ihre eigene Region aus einem anderen Blickwinkel, wenn sie sie den Schüler:innen der Partnerklasse vorstellen.
Aus der Praxis:
Cressier – Buchs: zwei eintägige Begegnungen
Zwei sechste Klassen pflegten während eines ganzen Schuljahres Kontakte. Nach den Sommerferien wurde den Schüler:innen ein:e oder mehrere Tandempartner:innen zugewiesen. Sie schickten sich jeden Monat Postkarten und lernten so im Laufe der Wochen die Schüler:innen der Partnerklasse besser kennen. Die Schüler:innen aus Cressier schrieben auf Deutsch und diejenigen aus Buchs auf Französisch.
Im zweiten Semester fand ein erstes Treffen per Videokonferenz statt. Die Schüler:innen stellten sich in der jeweils anderen Sprache vor und stellten Fragen, die von beiden Klassen im Voraus vorbereitet worden sind. Diese Vorbereitung gab den Schüler:innen eine Struktur und mehr Sicherheit für ihr erstes persönliches Treffen.
Anschliessend fanden zwei Treffen statt, eines in der Deutschschweiz und das andere in der Romandie. In Aarau nahmen die Schüler:innen an Kennenlernspielen teil, bevor sie im Rahmen einer zweisprachigen Schnitzeljagd in Kleingruppen die Stadt erkundeten. Sportliche Aktivitäten und ein Picknick rundeten den Tag ab.
Einige Wochen später trafen sich die beiden Klassen in Cressier wieder. Ein Aufwärmspiel, eine Runde Minigolf und verschiedene sportliche Aktivitäten förderten den Austausch zwischen den Schüler:innen. Die Klasse aus Cressier hatte ausserdem eine Führung durch ihr Dorf vorbereitet: In kleinen Gruppen stellten die Schüler:innen ihren Tandempartner:innen verschiedene Orte auf Deutsch vor. In der Freizeit konnten die Jugendlichen spielen und Zeit miteinander verbringen.
Die Erfahrung hat gezeigt, wie wichtig es ist, die Aktivitäten an die jeweilige Phase des Austauschs anzupassen. Beim ersten Treffen mussten sich die Schüler:innen erst noch in einer neuen Umgebung und mit einer neuen Sprache zurechtfinden. Am zweiten Tag wurden die Gruppen auf Grundlage der zuvor beobachteten Gemeinsamkeiten zwischen den Schüler:innen zusammengesetzt.
Neuenburg – Rheinfelden: zwei einwöchige Aufenthalte
An der Bezirksschule Rheinfelden ist der Austausch mit Neuenburg zur Tradition geworden. Die Schüler:innen der 9. Klasse können an zwei einwöchigen Aufenthalten teilnehmen: eine erste Woche in Neuenburg, dann einige Wochen später eine zweite in Rheinfelden.
Die Schüler:innen werden von ihren Tandempartner:innen und deren Familien aufgenommen. So lernen sie den Alltag in einer anderen Sprachregion kennen und besuchen auch die Partnerschule. Vor dem Treffen können die Tandems bereits aus der Ferne einen Austausch durchführen, zum Beispiel über Isyflow. Das ermöglicht es, sich kennenzulernen und die Nervosität vor der Ankunft in einer unbekannten Familie abzubauen.
Die Programme umfassen schulische Aktivitäten, Ausflüge und Besichtigungen, bei denen die Besonderheiten beider Regionen entdeckt werden können. In Rheinfelden bot beispielsweise eine zweisprachige Führung durch die Feldschlösschen-Brauerei die Gelegenheit, die Sprachkenntnisse zu vertiefen und gleichzeitig ein Wahrzeichen der Region kennenzulernen. In Neuenburg erkundeten die Schüler:innen die Stadt und die Umgebung.
Nach dem Austausch
Wenn eine Zusammenarbeit gut funktioniert, kann sie langfristig fortgesetzt werden: In Rheinfelden haben so mehrere Generationen von Lehrpersonen dazu beigetragen, den Austausch mit Neuenburg zu einer Tradition der Schule zu machen.
Die Lehrpersonen können zudem von weiteren Förderangeboten von Movetia profitieren: Es gibt die Möglichkeit Anträge für Austausche unter Lehrpersonen oder für vorbereitende Besuche im Netzwerk einzureichen.
Um den Austausch zwischen den Schüler:innen fortzusetzen gibt es verschiedene Möglichkeiten: es können beispielsweise Briefwechsel, virtuelle Austausche oder andere Formen von Präsenztreffen organisiert werden. Schliesslich kann ein Klassenaustauschprojekt zum Ausgangspunkt für Beziehungen werden, die über das Schuljahr hinaus informell zwischen den Schülerinnen und Schülern fortbestehen und auch zu Einzelaustauschprojekten führen.
Austausch planen
Aktivitäten & Hilfsmittel finden
Profitieren Sie von konkrete Ideen, die Sie vor, während und nach den Treffen umsetzen können.
Austauschformen entdecken
Was ist einen Klassenaustausch eigentlich? Lesen Sie konkrete Beispiele und Erfahrungsberichte.
Finanzierung
Movetia bietet zahlreiche Möglichkeiten, um einen Austausch zu finanzieren.