Thematische Projektarbeit

Alle beteiligten Partner arbeiten gemeinsam an einem ausgewählten Thema.

Steckbrief

  • Format: Das Thema wird nicht nur während der Treffen bearbeitet, sondern auch durch digitalen Austausch.
  • Für wen: Sekundarstufe I und II
  • Dauer: Ein ganzes Schuljahr
  • Mehrwert: Im Zentrum steht nicht das Sprachenlernen, sondern das Thema, was die natürliche Kommunikation fördert.

Praxisbeispiel

Projekte rund um Naturwissenschaften, Nachhaltigkeit oder Musik

Das Prinzip

Bei einer themenbezogenen Zusammenarbeit steht ein gemeinsames Thema im Mittelpunkt des Austauschs. Die Schüler:innen zweier Klassen arbeiten gemeinsam an einer Frage, die sie interessiert, erkunden verschiedene Perspektiven und führen Aktivitäten oder ein gemeinsames Projekt im Zusammenhang mit dem gewählten Thema durch. Das Thema kann mit einem Fachbereich wie Naturwissenschaften, Musik oder Geschichte verbunden sein oder von einer gesellschaftlichen Frage wie Nachhaltigkeit oder Menschenrechte ausgehen.

Die Arbeit an einem konkreten Thema schafft authentische Gelegenheiten, um in der Partnersprache zu kommunizieren, ohne dabei den Fokus auf die Lehre zu legen. So lernen die Schüler:innen voneinander und vertiefen gleichzeitig ihr Wissen in einem Bereich, der sprachliche und kulturelle Grenzen überschreitet.

Die themenbezogene Zusammenarbeit verbindet in der Regel virtuellen Austausch, zum Beispiel mit Isyflow, mit persönlichen Begegnungen. Sie kann je nach Projekt und je nach Möglichkeiten der Klassen einige Wochen dauern oder sich über ein ganzes Schuljahr erstrecken.

Aus der Praxis:

Rüti bei Büren – Neuenburg: Naturwissenschaften im Tandem an der Primarschule lernen

Im Rahmen eines Austauschs zwischen den Primarschulen von Rüti bei Büren (BE) und Neuenburg (NE) verbanden die Schüler:innen das Sprachenlernen mit der Entdeckung von Naturwissenschaften, Technik und Mathematik. Für ihr Treffen besuchten sie das tunSolothurn und arbeiteten gemeinsam im Forschungslabor und in der Erfinderwerkstatt.

Aufgeteilt in Sprachpaare bauten die Schüler:innen beispielsweise eine elektrische Schaltung auf, programmierten einen Lego-Roboter oder experimentierten mit Augmented Reality. Die praktischen Aktivitäten gaben ihnen einen konkreten Anlass, in der Partnersprache zu kommunizieren. Selbst diejenigen, die die Sprache der anderen Klasse noch wenig beherrschten, fanden Wege, sich zu verständigen – sei es durch Worte, Gesten oder Zeichnungen.

Das Projekt war im Vorfeld durch einen Briefwechsel zwischen den Schüler:innen vorbereitet worden. So hatte jede und jeder bereits einen Partner oder eine Partnerin, als sich Schüler:innen zum ersten Mal trafen. Diese Vorbereitung trug dazu bei, die Schüchternheit und die mit der Begegnung verbundenen Ängste abzubauen.

Rarogne – Heraklion: Wasser und Nachhaltigkeit als roter Faden

Die Schüler:innen der Sekundarschule Rarogne (VS) und des Gymnasiums von Heraklion auf Kreta widmeten ihren Austausch dem Thema «Wasser und Nachhaltigkeit». Das Projekt begann mit einer virtuellen Phase, in der die Schüler:innen die Thematik mit verschiedenen Ansätzen erkundeten, von der wissenschaftlichen Forschung über Poesie bis hin zu künstlerischen Aktivitäten.

Aufgeteilt in gemischte Gruppen vertieften sie das Thema anschliessend während zweier einwöchiger Aufenthalte. Im Februar 2025 wurden 24 kretische Schüler:innen und drei Lehrpersonen in Rarogne empfangen. In Workshops und Exkursionen wurden Themen wie Wassermanagement und Nachhaltigkeit behandelt, insbesondere bei einem Besuch am Aletschgletscher. Die Schüler:innen lernten ausserdem die Kultur und den Alltag im Wallis kennen und hatten Gelegenheit, Wintersport zu betreiben.

Im Mai 2025 reisten 22 Schüler:innen aus Rarogne und drei Lehrpersonennach Kreta. Dort setzten sie ihre Arbeit zum Thema Wasser durch praktische Erfahrungen vor Ort und den Besuch eines Aquariums fort. Der Aufenthalt ermöglichte es den Schüler:innen zudem, den Alltag der Gastfamilien, die griechische Kultur und ein Schulumfeld kennenzulernen, das sich stark von ihrem eigenen unterschied.

Der Perspektivwechsel verlieh dem Projekt eine neue Dimension. Durch die Begegnung mit einer Region, die mit anderen Realitäten konfrontiert ist, konnten die Schüler:innen die Herausforderungen im Zusammenhang mit Wasser und Nachhaltigkeit besser verstehen. Ausserdem konnten sie das in der Schule gelernte Englisch in der Praxis anwenden.

Liestal – Berlin: Musik als gemeinsame Sprache

Im Rahmen eines Musikaustauschs besuchten 50 Schüler:innen aus Berlin ihre Partner:innen an der Sekundarschule Burg in Liestal. Gesang und Musik bildeten den roten Faden der Begegnung und boten den Jugendlichen eine Möglichkeit, über kulturelle Unterschiede hinweg zusammenzuarbeiten.

Das Programm verband Proben und musikalische Aktivitäten mit der Erkundung der Region. Die Schüler:innen unternahmen unter anderem gemeinsam eine Bergwanderung und wohnten bei Gastfamilien. Diese Momente ermöglichten es ihnen, sich kennenzulernen, den Alltag ihrer Partner zu entdecken und ausserhalb der schulischen Aktivitäten Beziehungen aufzubauen.

Einige Monate später reisten die Musikklassen aus Liestal nach Berlin. Das Projekt endete mit einer grossen gemeinsamen Aufführung, die den Höhepunkt des Austauschs bildete. Die Musik diente somit während des gesamten Projekts als roter Faden, von den ersten Begegnungen bis zur abschliessenden Aufführung.

Nach dem Austausch

Wenn eine Zusammenarbeit gut funktioniert, kann sie langfristig fortgesetzt werden. In diesem Zusammenhang können Lehrpersonen zudem von weiteren Förderangeboten von Movetia profitieren: Es gibt die Möglichkeit Anträge für Austausche unter Lehrpersonen oder für vorbereitende Besuche im Netzwerk einzureichen.

Um den Austausch zwischen den Schüler:innen fortzusetzen gibt es verschiedene Möglichkeiten: es können beispielsweise Briefwechsel, virtuelle Austausche oder andere Formen von Präsenztreffen organisiert werden. Schliesslich kann ein Klassenaustauschprojekt zum Ausgangspunkt für Beziehungen werden, die über das Schuljahr hinaus informell zwischen den Schülerinnen und Schülern fortbestehen und auch zu Einzelaustauschprojekten führen.

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Profitieren Sie von konkrete Ideen, die Sie vor, während und nach den Treffen umsetzen können.

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Was ist einen Klassenaustausch eigentlich? Lesen Sie konkrete Beispiele und Erfahrungsberichte.

Finanzierung

Movetia bietet zahlreiche Möglichkeiten, um einen Austausch zu finanzieren.